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Uzname der Hintermeilinger „Malinger Roawe“

Im Rahmen der Neugestaltung des Hintermeilinger Brunnenplatzes, auf Initiative des Hintermeilinger Ortsbeirates mit Unterstützung der Ortsvereine und der Gemeinde wurde eine große Abbildung eines Raben aufgestellt. Viele junge und insbesondere unsere Hintermeilinger Neubürger fragen nun, was dies denn zu bedeuten hätte. Warum stellt man einen Raben auf? Steckt der NABU dahinter? Die wildesten Spekulationen machten die Runde. Mit den nachfolgenden Ausführungen soll etwas Klarheit in diese Aktion, für die sich u.a. der Hintermeilinger Geschichts- und Museumsverein stark gemacht hat, gebracht werden.

Ursache für den Raben ist der Uzname von Hintermeilingen. So werden die Hintermeilinger auch „Malinger Roawe“ genannt. Uznamen waren schon bei den Kelten und Germanen im Gebrauch. Das Wort „uzen“ taucht dann im 16. Jahrhundert zum ersten Mal auf. Es bedeutet necken, foppen oder aufziehen. Mit Uznamen  wurden auch oft die Bewohner eines Dorfes bei Streitereien tituliert. Uznamen gibt es nicht nur für Dörfer und Städte sondern auch für Berufe. „Holzwoarm“  für Schreiner, „Streppezejher“ für Elektriker und „Klinkeputzer“ für Vertreter. Aber genauso unerschöpflich wie die Uznamen für Berufe sind, sind sie für Ortschaften oder Städte.

Die Namensgebung der Uznamen der Dörfer liegt oft im Dunklen. Sie stammen aber meist von einer besonderen Begebenheit, bzw. Eigenschaft, Gewohnheit oder Tätigkeit der Bewohner her und sind meist nur im lokal gesprochenen Dialekt bekannt. Heute sind die Uznamen seltener zu hören, und wir vom Hintermeilinger Geschichts- und Museumsverein halten wir es daher für angebracht, sie der Nachwelt zu überliefern.

Malinger Roawe (Raben)

Im nahen Honigwald hatte eine große Rabenkolonie ihre Nistplätze. Diese zogen morgens und abends mit großen Gekräschze von bzw. zu diesen Nistplätzen. Noch heute heißt ein Teil im Honigwald Roaweloch (Rabenloch).

Der Name „Kuffermaling“ (Koffermaling)  

Dieser Name ist erst viel später aufgekommen. Er entstammt der Gegebenheit, dass es früher in Hintermeilingen sehr viele Händler von Kurzwaren gab. Sie sind mit den Waren im Koffer bis in den Thüringer Wald und sogar bis in die Schweiz auf Handel gegangen. Diese nannte man auch daher auch „Schweizer“.

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